SPD hört sich Sorgen der Solwegschule an

Veröffentlicht am 21.06.2020 in Kommunalpolitik

Die SPD Trossingen hat vergangenen Dienstag der Solwegschule, die Trossinger Förderschule, einen Besuch abgestattet, bei dem es zu einer konstruktiven und gemeinsamen Diskussion zwischen Politik und Schule kam. Denn feststeht: Die Solwegschule hat zu kämpfen. Nicht nur mit ihren Sorgen stießen Schulleiter Andreas Solleder und einige seiner Kollegen auf ein offenes Ohr bei den Parteimitgliedern um Vorsitzenden Vatche Kayfedjian, sondern auch ihre Freude und Motivation im und über das Schulleben teilten sie mit den Gästen der SPD.

Andreas Solleder legte dabei die bloßen Tatsachen auf den Tisch: „Wir werden nächstes Schuljahr 17 Schüler in der Grundstufe (Klasse 1-4) und 24 Schüler in der Hauptstufe (Klasse 5-9) aufnehmen – das sind viele“, betonte er. Den Schülern steht ein Team aus fünf Lehrkräften gegenüber, darunter haben nicht alle eine sonderpädagogische Ausbildung, die ein Klassenlehrer eigentlich haben sollte. Helmut Kapp hat an der Schule mit Kollege Gerhard Gnann den Technikbereich inne, beide machen auch die Technik-AG und Kapp lehrt den Schülern neben Biologie auch Dinge wie Gartenbau und Lebensmittelanbau. So gibt es an der Schule seit zehn Jahren bereits den Pflanzenverkauf, „der toll unterstützt wird“, was Solleder freut. „Wir spielen nicht nur Pflanzenverkauf, sondern die Schüler müssen wirklich verkaufen, rechnen und alles ist wie im echten Leben“, schildert Kapp. Die anwesende Elternsprecherin Marcella Grenz fügte hinzu, „dass solche Aktionen eine wertvolle Arbeit für die Kinder sind, die sie stolz macht.“

Lehrermangel und Schulleiternachfolge

„Baulich dürfen wir eigentlich nicht klagen“, stellte Andreas Solleder klar. Auch wenn es in der Schule noch relativ eng und veraltet zugeht, so lässt es sich trotzdem – abgesehen von den Corona-Umständen – gut unterrichten. Trotzdem ist die Digitalisierung ein Thema, die zwölf fünf Jahre alten Rechner müssen ersetzt werden, für Lehrer gibt es nur einen digitalen Arbeitsplatz mit uraltem Gerät, keine Internetanschlüsse. Ein Medienplan sei in Erarbeitung, so Lehrerin Andrea Vanoucek. Doch die Schule treibt andere Sorgen um: Solleder verabschiedet sich zu den Sommerferien in den Ruhestand, seine Nachfolge bleibt nach wie vor von allen Seiten ungeklärt. Fehlendes Lehrpersonal mit sonderpädagogischer Ausbildung verschärft die Situation – „der Markt ist einfach leer“, sind sich alle einig. Vatche Kayfedjian, Dieter Görlich und Jane Heinichen von der SPD bedauern die Situation, in der auch sie nicht weiterhelfen können. „Wenn ihr aber etwas braucht, dann sagt etwas“, appelliert Görlich an die Schule. Erschwert wird die Erfüllung des Deputats mit der Inklusion, „die gut und richtig ist“, so Solleder. „Aber man kann kein Angebot machen, ohne die Kapazitäten zu haben“, brachte Kapp das Problem auf den Punkt. An der Solwegschule arbeitende Lehrer arbeiten an Regelschulen zusätzlich einige Stunden, um inklusionsbedürftige Schüler zu fördern. Ein Unding, findet Elternsprecherin Grenz, die Inklusion genauso wichtig findet, aber einwendet: „Wir schicken bewusst unsere Kinder für intensive und spezielle Förderung auf diese Schule – diese kommt aber zu kurz, weil woanders nachgeholfen werden muss.“ Was auch fehlt ist eine intensive Schulsozialarbeit, die mit dem neuen Schulkomplex am Solweg und dem Ganztagesangebot kommen soll. Wir würden gerne dieses Konzept erarbeiten, hätten wir die Leute, so Solleder. Dennoch soll die Schulsozialarbeit aufgestockt und umfassender werden. Eine weitere Krux in dieser Notsituation ist das Verfahren mit angestellten, nicht verbeamteten Lehrern: Grenz nannte es „zutiefst respektlos“, dass engagierte und motivierte Kollegen zu den Sommerferien außer Dienst gestellt werden, kein Gehalt beziehen und nach den Sommerferien einen Antrag für Wiedereinstellung stellen müssen – von denen landesweit nur 50 genehmigt werden – da schüttelt auch die SPD den Kopf, erst Recht, weil es den Lehrern gerade in diesen Krisenzeiten nicht leicht gemacht wird: Lehrer sollen sich weiterbilden, stapelweise Arbeitsaufträge verschicken – an der Solwegschule für jeden Schüler individuell – und diese auch noch korrigieren und rückmelden. „Das verdient ein ganz großes Lob“, würdigte Marcella Grenz diese Leistung, die sehr gut gewesen sei. Durch diesen intensiven und ausführlichen Dialog konnte die SPD neue Impulse für den Gemeinderat aufnehmen und möchte die Solwegschule wo sie kann unterstützen und wieder mehr in den Mittelpunkt rücken. „Bisher ging das Thema Förderschule doch ziemlich unter“, waren sich die Gemeinderäte Kayfedjian und Görlich einig.

 
 

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