Ein guter Anfang

Veröffentlicht am 13.05.2010 in Presseecho

NRWZ online, 13.05.10

Leserbrief zu "Trossingen trennt sich vom Fritz Kiehn-Platz" (08.05.10)

Beim 75-jährigen Jubiläum der Theresienkirche verkündete der Trossinger Bürgermeister Dr. Maier die frohe Botschaft: aus dem Fritz-Kiehn-Platz wird der Theresienplatz.

Es war einmal ein Mann namens Fritz Kiehn, der viele Arbeitsplätze schuf, bedeutungsvolle politische Ämter erlangte und als großzügiger Spender auftrat. Um diesem für sein Engagement zu danken, wurden ein Platz, eine Halle und eine Straße nach ihm benannt. Außerdem verlieh seine Heimatstadt Trossingen ihm die Ehrenbürgerwürde. Dies könnte der Verlauf eines Märchens sein. Eigentlich. Aber warum ist es keines?

Hört sich soweit doch ganz gut an. Leider werden die negativen Aspekte dieser Geschichte oft vergessen. Kiehn war an zahlreichen Arisierungsprojekten beteiligt, ein überzeugter Nationalsozialist und der Inhaber hochrangiger, einflussreicher politischer Ämter wie z.B. Reichstagsmitglied und SS-Obersturmbannführer, durch die er helfen konnte, die NSDAP zu stärken. Aber können diese Dinge durch seine Wohltaten relativiert werden? Die Antwort darauf muss Nein lauten.

Es ist immer noch eine Sporthalle nach ihm benannt und auch in Deißlingen ehren den braunen, nicht vorzeigbaren Trossinger Bürger eine Straße und sogar ein Kindergarten. Überlegungen für einen neuen Namen der Fritz-Kiehn-Sporthalle seien nicht im Gange, so der Trossinger Bürgermeister Maier gegenüber der Neuen Rottweiler Zeitung. Der Platz wäre (nur) zu Ehrungszwecken der katholischen Kirchengemeinde umbenannt worden.

Die Umbenennung des Platzes ist ein guter Anfang. Um die Spuren des Dritten Reichs aufzuarbeiten, reicht diese Entscheidung jedoch keineswegs aus. Daher muss sich jeder einzelne fragen, ob es noch länger zu verantworten ist, Fritz Kiehn als den Namensgeber einer Sporthalle zu akzeptieren und somit zugleich als Repräsentant der Stadt Trossingen.

Yudum Köksal, Denise Mink, Jusos Trossingen

http://www.nrwz.de/v5/@/@/leserbriefe/00000670/2010-05-13

 
 

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